Badminton eröffnet Möglichkeiten – Unsere Reise von Prag bis Hofsteig

14. Juni 2026

Nach dem internationalen Turnier in Prag ging die Reise für einen Teil unserer Gruppe direkt weiter. Über Deutschland fuhren wir gemeinsam nach Dornbirn, wo wir auf dem Weg noch Malte Capuano und Karolina Roch einsammelten. Am Montag stießen Anna Höh und Ylva Züfle zur Gruppe.

Was folgte, war weit mehr als eine Turnierreise. Eineinhalb Wochen voller Training, Wettkampf, Selbstständigkeit und gemeinsamer Erfahrungen. Genau solche Reisen zeigen, warum Badminton jungen Menschen so viele Möglichkeiten eröffnet. 

Jugendliche Badmintonspieler bei Siegerehrung im Badminton Sportclub Wolfurt

Beim Vorarlberger Badmintonverband in Dornbirn trainierten wir eine Woche lang gemeinsam mit den österreichischen Athletinnen und Athleten. Zwischen den täglichen Trainingseinheiten, gemeinsamen Mahlzeiten, der Organisation des Alltags und vielen Gesprächen am Abend entwickelte sich die Gruppe von Tag zu Tag weiter. Am Donnerstagabend konnten wir noch eine letzte Einheit in der Turnierhalle absolvieren, bevor am Freitag das internationale Turnier in Hofsteig begann.

Dort komplettierten Sarah Frank, Louis Stemski, Adrian Trendler (der beste Anfeuerer der Welt 😊), Viktoria Dimitrov, Garvi Bene und Leon Cui unser Team.

U11: Gemeinsam zum Titel

Das sportlich erfolgreichste Ergebnis erzielten Viktoria Dimitrov und Garvi Bene mit dem Turniersieg im Mädchendoppel U11.

Besonders schön war dabei zu beobachten, wie die beiden über das gesamte Turnier hinweg als Team aufgetreten sind. Doppel bedeutet, Verantwortung zu teilen, Lösungen gemeinsam zu finden und sich gegenseitig zu unterstützen. Genau das haben Viktoria und Garvi hervorragend umgesetzt.

Zwei junge Badmintonspielerinnen mit Medaillen und Siegespose bei einem Turnier, Sponsoring durch Victor

Es ging nicht darum, wer den Punkt macht, sondern wie man gemeinsam den nächsten Ball gewinnt.

Dass die beiden am Ende ganz oben auf dem Podest standen, war deshalb kein Zufall, sondern das Ergebnis guter Zusammenarbeit auf dem Feld.

Garvi konnte zusätzlich im Einzel den dritten Platz erreichen. Besonders erfreulich war dabei, dass sie sich die Chance erarbeitet hat, am Sonntag noch im Turnier vertreten zu sein. Wer bei einem internationalen Turnier am Finaltag noch Spiele bestreiten darf, hat sich über mehrere Runden hinweg behauptet und viele Dinge richtig gemacht.

U15: Wertvolle Erfahrungen und starke Entwicklung

Im Mixed konnten wir einige Dinge erkennen, an denen wir in den kommenden Wochen gezielt weiterarbeiten werden. Gerade Abstimmung, Rollenverteilung und gemeinsame Lösungen unter Druck werden dabei Schwerpunkte sein.

Positiv hervorzuheben ist die Entwicklung von Karolina Roch und Leon Cui. Beide konnten im Turnier immer wieder zeigen, dass sich die Trainingsarbeit der vergangenen Monate auszahlt. Gerade in Drucksituationen wurden Fortschritte sichtbar, auf denen wir in den kommenden Wochen weiter aufbauen möchten.

Auch Louis Stemski und Ylva Züfle konnten sich in ihren Gruppen behaupten und die K.o.-Phase erreichen. Auf internationalem Niveau sind genau diese Erfahrungen wertvoll. Sich durch Gruppenphasen zu kämpfen, mit Drucksituationen umzugehen und gegen starke internationale Konkurrenz anzutreten, sind wichtige Entwicklungsschritte auf dem Weg nach vorne.

Anna Höh startete aufgrund von Hüftbeschwerden bewusst nur in zwei Disziplinen. Nach den intensiven Trainings- und Wettkampfwochen der vergangenen Zeit stand die langfristige Entwicklung klar vor kurzfristigen Ergebnissen. Auch das gehört zum Leistungssport dazu: zu erkennen, wann es sinnvoll ist, Belastungen gezielt zu steuern.

Besonders bemerkenswert verlief das Turnier für Riko Amano und Eva Dimitrov.

Gruppe von Jugendlichen auf einer Aussichtsplattform mit weitem Blick über eine Stadt und Landschaft

Beide gehören eigentlich noch der Altersklasse U13 an und spielten in Hofsteig eine Altersklasse höher in der U15. Trotz dieses Altersunterschieds kämpften sich beide bis ins Halbfinale vor und standen damit am Sonntag noch im Wettbewerb.

Gerade im Nachwuchsbereich machen zwei oder drei Jahre Altersunterschied oft einen erheblichen Unterschied aus – körperlich, athletisch und spielerisch. Umso höher sind die Leistungen der beiden einzuordnen.

Eva gewann ihr Halbfinale nach einem intensiven Dreisatzspiel und erreichte damit ihr erstes internationales Finale in der Altersklasse U15.

Riko zeigte ebenfalls ein starkes Turnier und musste sich erst im Halbfinale der späteren Turniersiegerin Katharina Ertl (AUT) geschlagen geben.

Im Finale zeigte Eva anschließend eine sehr starke Leistung. Das Spiel wurde letztlich durch Kleinigkeiten entschieden. Mit 20:22 und 18:21 fiel die Niederlage denkbar knapp aus. Natürlich war die Enttäuschung direkt nach dem Match spürbar, gleichzeitig hat Eva in Hofsteig eindrucksvoll gezeigt, dass sie bereits jetzt mit den besten Spielerinnen der höheren Altersklasse mithalten kann.

Mehr als ein Turnier

Am Ende bleiben Ergebnisse, Platzierungen und Medaillen.

Noch wichtiger sind aber die Erfahrungen, die die Spielerinnen und Spieler in diesen eineinhalb Wochen gesammelt haben.

Ein Teil der Gruppe war von Prag über das Trainingslager in Dornbirn bis zum Turnier in Hofsteig gemeinsam unterwegs. Viele Tage ohne Eltern, viele Situationen, die eigenständig gelöst werden mussten und viele gemeinsame Erlebnisse.

Man lernt, Verantwortung zu übernehmen.

Man lernt, Rücksicht zu nehmen.

Man lernt, Kompromisse einzugehen.

Und man wächst als Gruppe zusammen.

Badminton ist dabei oft viel mehr als nur ein Sport.

Badminton eröffnet Möglichkeiten.

Die Möglichkeit, neue Länder kennenzulernen.

Die Möglichkeit, Freundschaften zu schließen.

Die Möglichkeit, Herausforderungen anzunehmen.

Und die Möglichkeit, jeden Tag ein kleines Stück besser zu werden.

Genau dafür trainieren wir. Genau deshalb investieren unsere Athletinnen und Athleten so viel Zeit und Energie.

Die Medaillen und Ergebnisse von Hofsteig sind eine schöne Belohnung.

Die Entwicklung der Spielerinnen und Spieler in diesen eineinhalb Wochen ist noch viel wertvoller.

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