Lernen von den Besten: Lennart Engler begeistert Trainer und Talente in Kaiserslautern

22. Juli 2026

Lennart Engler zum dritten Mal in diesem Jahr am Nachwuchsstützpunkt Kaiserslautern

Ende Juni durfte der Nachwuchsstützpunkt (NSP) Kaiserslautern erneut einen besonderen Gast begrüßen: Mit Lennart Engler war einer der renommiertesten Nachwuchstrainer Europas bereits zum dritten Mal in diesem Jahr in Rheinland-Pfalz zu Gast. Die Fortbildung ist Teil einer langfristigen Zusammenarbeit, die in den kommenden drei Jahren fortgesetzt wird. Viermal jährlich wird Engler nach Kaiserslautern kommen, um Athletinnen und Athleten sowie Trainerinnen und Trainer mit seinem Wissen und seiner Erfahrung zu unterstützen.

Badminton Training in Sporthalle mit Trainer und Schülerin vom Verein Bad Vilbel/Karben

Für den Badmintonverband Rheinhessen - Pfalz, die beteiligten Vereine, den Nachwuchsstützpunkt, wie auch Landesleistungszentrum Kaiserslautern und das Heinrich-Heine-Gymnasium als Eliteschule des Sports ist diese Kooperation von großer Bedeutung. Ziel ist es, internationale Trainingsansätze kennenzulernen, bestehende Strukturen weiterzuentwickeln und die Qualität der Nachwuchsarbeit nachhaltig zu steigern.

Bereits die ersten beiden Besuche hatten zahlreiche Impulse geliefert. Die dritte Fortbildung knüpfte nahtlos daran an und vertiefte viele der zuvor erarbeiteten Inhalte. Im Mittelpunkt standen erneut moderne Trainingsmethodik, Biomechanik und die Frage, wie komplexe Weltklasse-Bewegungen für Kinder, Jugendliche und Trainer verständlich und trainierbar gemacht werden können.

Bereits am Freitag leitete Engler das Training der Athletinnen und Athleten des Nachwuchsstützpunkts. Der Schwerpunkt lag auf Bewegungsmustern im Hinterfeld, der effizienten Nutzung von Bodenkräften sowie der Verbindung von Lauf- und Schlagbewegungen. Statt einzelne Techniken isoliert zu betrachten, wurde der gesamte Bewegungsablauf analysiert – von der Positionierung über die Gewichtsverlagerung bis hin zur Beschleunigung des Schlägers.

Im Anschluss begann die eigentliche Trainerfortbildung in den Räumlichkeiten des Heinrich-Heine-Gymnasiums. Trainerinnen und Trainer aus dem Nachwuchsstützpunkt, den Landes- und Verbandsstützpunkten sowie aus Partnervereinen der Eliteschule des Sports nutzten die Gelegenheit zum intensiven fachlichen Austausch.

Besonderen Wert legte Engler auf das Verständnis biomechanischer Zusammenhänge. Anhand von Videoanalysen internationaler Spitzenspieler wurden Bewegungen detailliert untersucht und gemeinsam diskutiert. Dabei ging es nicht nur um die sichtbare Technik, sondern vor allem um die zugrundeliegenden Bewegungsprinzipien. Themen wie Körperschwerpunktkontrolle, Hüft- und Beckenarbeit, Timing sowie die optimale Nutzung der kinetischen Kette standen dabei im Mittelpunkt.

Kinder und Jugendliche sitzen mit Badmintonschlägern in einer Sporthalle im Kreis, Badminton-Training oder Schulsport

Während der Theorieeinheiten übernahm Daniel Nilges die Betreuung der Athletinnen und Athleten. So konnten Theorie und Praxis eng miteinander verzahnt werden. Die besprochenen Inhalte wurden anschließend direkt in der Halle umgesetzt, ausprobiert und reflektiert.

Der Samstag stand ganz im Zeichen der Nachwuchsförderung. Mehr als 20 Kinder der Altersklassen U9 bis U15 nahmen an den Trainingseinheiten teil. Besonders beeindruckend war dabei, wie konzentriert und motiviert die jungen Spielerinnen und Spieler den Anweisungen folgten. Obwohl sämtliche Einheiten auf Englisch durchgeführt wurden, gelang es Engler mit einer klaren und altersgerechten Sprache, die Inhalte für alle verständlich zu vermitteln.

Ein zentrales Thema des Wochenendes war die Bedeutung frühzeitiger Bewegungsentwicklung. Dabei wurde deutlich, dass leistungsorientiertes Training im Kindesalter nicht zwangsläufig bedeutet, möglichst früh möglichst viele Schläge zu trainieren. Vielmehr geht es darum, die Voraussetzungen für spätere technische Höchstleistungen zu schaffen.

„Es geht nicht um den Schlag, sondern um die Bewegung. Wenn wir Kindern zunächst die richtigen Bewegungsmuster vermitteln, entsteht die Technik oft fast von selbst“, war eine der vielen Erkenntnisse während der Fortbildung.

Dementsprechend standen zahlreiche Vorübungen, koordinative Aufgaben und grundlegende Bewegungsmuster im Mittelpunkt. Viele Inhalte hatten auf den ersten Blick wenig mit klassischem Badmintontraining zu tun. Genau darin lag jedoch ihre Stärke. Durch das bewusste Lösen von festgefahrenen Vorstellungen und Erwartungen konnten die Kinder offen neue Bewegungen entdecken und erlernen.

Auch für die Trainerinnen und Trainer bot diese Herangehensweise wertvolle Erkenntnisse. Immer wieder wurde sichtbar, welches Potenzial bereits in jungen Athletinnen und Athleten steckt, wenn ihnen die richtigen Aufgaben gestellt werden. Die Fortbildung zeigte eindrucksvoll, dass die Grenzen häufig weniger bei den Kindern liegen als in den Vorstellungen der Erwachsenen darüber, was Kinder bereits leisten können.

Besonders erfreulich war die hohe Aktivität der teilnehmenden Trainerinnen und Trainer. Fragen wurden diskutiert, Übungen ausprobiert und eigene Erfahrungen eingebracht. Dieser offene Austausch machte die Veranstaltung zu weit mehr als einer klassischen Fortbildung. Vielmehr entstand ein gemeinsamer Lernprozess, der die Zusammenarbeit innerhalb des rheinland-pfälzischen Badmintonsystems weiter stärkte.

Nach drei intensiven Besuchen zeigt sich bereits jetzt, welchen Mehrwert die Kooperation mit Lennart Engler für die Region besitzt. Die Herausforderung der kommenden Monate wird darin bestehen, die gewonnenen Erkenntnisse konsequent in den Trainingsalltag zu integrieren und nachhaltig zu verankern.

Die Vorfreude auf den nächsten Besuch in der zweiten Jahreshälfte ist bereits groß. Denn eines wurde an diesem Wochenende erneut deutlich: Erfolgreiche Nachwuchsentwicklung entsteht nicht durch einzelne Maßnahmen, sondern durch kontinuierliches Lernen, mutige Weiterentwicklung und die Bereitschaft, gemeinsam neue Wege zu gehen.

 

Ein besonderer Dank gilt dem Heinrich-Heine-Gymnasium Kaiserslautern für die Bereitstellung der Räumlichkeiten sowie allen beteiligten Trainern, Vereinen, Athletinnen und Athleten, die diese Fortbildung mit ihrem Engagement zu einem vollen Erfolg gemacht haben.

 

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