Diese Weltmeisterschaft sollte ein Megaevent werden, so der polnische Ausrichter – Das größte Badmintonturnier der Welt:
1511 Spieler aus 56 Nationen nahmen an der WM teil. Zusätzlich waren ca. 400 Offizielle (Schiedsrichter, Linienrichter, Referees, Security und alle sonstigen Helfer) dabi und machten dieses Event wirklich unvergesslich. In der 32 Meter hohen Arena Namens „Spodek“, die Platz für fast 12000 Zuschauer bietet, waren 12 perfekt ausgestattete Yonex Courts aufgebaut. Zusätzlich waren in der umgebauten Eishockeyarena 12 Felder als Trainingshalle aufgebaut und die 5 Courts in der Warmup-Halle komplettierten den Komplex. Eine gigantische Atmosphere!

In der Altersklasse O45 trafen Thorsten Reinemann und seine Partnerin Tanja Gayk (BV Rheinland) auf die schwedische Paarung Johan Häggman/Terese Caldeström. Diese erwiesen sich jedoch als zu stark. Trotz eines guten Spiels ging die Partie 21:18 und 21:14 an die Schweden.
Im Herrendoppel gewann die Kombination Christian Berger/Thorsten Reinemann (BSG Neustadt/TV Hechtsheim) überraschend, aber am Ende verdient gegen die an Position 9/16 gesetzten Franzosen Renaudeau/Vu 21:12/18:21/21:8.
Die zweite Runde gegen die doch recht schwachen Russen Kuddus/Shorin konnten die beiden BVRP´ler souverän in zwei Sätzen für sich entscheiden.
Somit stand das Achtelfinale gegen die an 3/4 gesetzten Engländer Jennings/King an. Leider konnten Christian/Thorsten nicht an ihre guten Leistungen der vorherigen Spiele anknüpfen und verloren gegen die routiniert aufspielenden hohen Favoriten deutlich.
Die erfreuliche Bilanz der beiden ist somit der 9. Platz bei der Weltmeisterschaft 2019.

Pascal Histel (1.BCW Hütschenhausen) ging im Herreneinzel O35 an den Start.
Am Montag feierte er sein WM-Debüt und durfte um 14.00 Uhr gegen seinen englischen Kontrahenten Arak Bhokanandh auf den Court.
Nach einem verlorenen 1. Satz stellte Pascal sein Spiel komplett um. Er versuchte nicht mehr im Angriffmodus die Punkte zu machen, sondern spielte auf Ballhalten, um dann erst den richtigen Moment abzuwarten und den Gegner mit gezielten Angriffsschlägen auszuspielen. Im 2. Satz gelang es dem Engländer noch ganz gut Pascal etwas entgegenzusetzen. Aber im 3. Satz war dieser konditionell deutlich angeschlagen und so hatte Pascal seinen Gegner mit dem Endstand 13:21, 21:16 und 21:12 in die Knie gezwängt.
Im 2. Spiel am Mittwoch erwartete Pascal den Dänen Carsten JØrgensen auf dem WM-Court. Anfangs hatten beide Spieler etwas Probleme ins Spiel zu kommen. Carsten fand zuerst etwas besser ins Spiel, Pascal machte viele leichte Fehler. Als Pascal dann in der 2. Hälfte des 1. Satzes ins Spiel fand, holte er den Vorsprung schnell auf und drehte die Partie gegen Ende noch für sich um: 21:18 für Pascal.
Der 2. Satz lief bei Pascal deutlich besser. Viel sicherer, machte er selbst wenige Fehler und lies den Gegner laufen, was dieser wohl nicht so mochte,
Endstand 21:18 und 21:8 für Pascal.
Somit stand Pascal im 1/8-Finale der WM. Das war schon eine kleine Sensation für ihn, der im Vorfeld keine Prognose über den WM-Verlauf abgeben wollte.
Am Donnerstagmorgen standen sich im 1/8-Finale der Weltmeisterschaft im Herreneinzel O35 Pascal und Manish Rawat aus Indien gegenüber.
Pascal hatte in beiden Sätzen immer wieder den Faden verloren und schenkte mit leichten unbedrängten Fehler dem Gegner wichtige Punkte. Diese Punkte entschieden dann am Schluss über Sieg oder Niederlage. Nach einer spannenden Aufholjagt im 2. Satz, in dem Pascal mit 4:14 hinten lag, fehlten gerade 2 Pünktchen für einen Satzgewinn. Somit musste sich Pascal mit 19:21 und 19:21 dem Inder geschlagen geben. Pascal landet damit in der Endtabelle ebenfalls auf Platz 9 bei der Weltmeisterschaft 2019.

Nach Pascal´s Aussage nimmt er fantastische Eindrücke von der WM mit:
„Es war einfach der Hammer, hier dabei zu sein und noch geiler die ersten beiden Runden zu gewinnen und im 1/8-Finale auf dem Court zu stehen. Einfach grandios!
Der Teamgedanke der deutschen Spieler und Mitgereisten hat mich überwältigt. Wir waren und sind eine einzige große Familie, die sich immer in allen Lagen unterstützt, hilft und anfeuert, ob man sich kennt oder nicht. Es ist unbeschreiblich!
Danke an alle, die mich hier in Katowice und in Deutschland angefeuert, Daumen gedrückt und sonst wie unterstützt haben. Und Danke auch an Christian, meinen „Kameramann“, ohne den es keine Filmaufnahmen von den Spielen gäbe. 😊“