EM-Bronzemedaille für Pascal Histel

Pascal Histel vom 1. BCW Hütschenhausen gewinnt mit seinem Partner Fabian Dietrich (NRW) bei der 2022 European Senior Championships die Bronzemedaille im Herrendoppel O40!

v.l. Pascal Histel und Fabian Dietrich

Sieben Jahre ist es her, dass ein Spieler/in des Badmintonverbandes Rheinhessen-Pfalz eine internationale Medaille gewonnen hat. 2015 war es Stefan Frey aus Mainz, der sich in derAltersklasse O55 im Mixed den WM-Titel holte.

Sieben Jahre später gelangt Pascal Histel vom 1.BCW Hütschenhausen die nächste Sensation: Bronze-Medaille im Herrendoppel in der Altersklasse O40 bei der Europameisterschaft der Senioren in Ljubljana (Slowenien).

Noch vor sechs Wochen schied Pascal beim Nationscup durch einen Bänderriss am rechten Knöchel tragisch aus dem Mannschaftswettbewerb aus. Lange war unklar, ob er bis zu den Einzelwettkämpfen in Ljubljana (Slowenien) überhaupt wieder fit sein wird.

Zwei Wochen lang reines Bewegungstraining ohne Belastung. Zwei weitere Wochen tägliches Aufbau- und Stabilisationstraining machten einen Einstieg ins Feldtraining wieder möglich. Die verbleibenden zwei Wochen waren natürlich alles andere als eine EM-taugliches Vorbereitung, so Histel. Langsames Rantasten mit reiner Basis-Laufarbeit und Schlagsicherheit müssen reichen, um den Fuß nicht unnötig zu strapazieren. Die Feuerprobe, ob der Fuß hält, kam also erst in Slowenien. Dabei sein ist alles, war das Motto.

So ging es Sonntag (07.08.2022) morgens im Mixed los. Pascal Histel, noch etwas vom Kopf her durch die Verletzung gehemmt, spielte mit Katharina Meyer aus dem hohen Norden. Die beiden hatten leider ein super eingespieltes Mixed (Henningson/Kruseborn, Schweden) als ersten Gegner, konnten gar nicht richtig zeigen, was in ihnen steckt und unterlagen in 3 Sätzen (13:21/21:18/15:21).

Im Einzel, welches um die Mittagszeit begann, hatte Pascal Histel etwas Losglück; zumindest im ersten Spiel: Es ging gegen den Italiener Luca Novara, gegen den sich Pascal etwas freispielen konnte und auch deutlich mit 21:5 und 21:7 siegte.

Am Sonntagabend starteten als letzte Spiele noch die Herrendoppel in der O40-Altersklasse:

So trafen Pascal Histel und sein Partner Fabian Dietrich (NRW) im Herrendoppel auf Marian Simo/Gyala Szöke aus Tschechien und Österreich. Hochkonzentriert liefen Fabian und Pascal zu einer super Form auf und ließen keinen Zweifel aufkommen, wer Chef auf dem Court ist: 21:14/21:4.

Nachdem Montag für die Altersklasse O40 spielfrei war, hieß es am Dienstag Englischer Tag für Pascal: Zuerst musste Pascal im Einzel ran, und zwar gegen den an Position 1 gesetzten Alex Marritt. Der fast 2 Meter große Engländer verteilte die Bälle ziemlich perfekt auf dem Feld und beschäftige Pascal sehr gut. Pascal konnte im ersten Durchgang noch gut gegenhalten und verlor nur denkbar knapp mit 19:21. Im 2. Satz setzte Marritt noch einen drauf und zog das Spieltempo nochmal an. Pascal, konditionell noch im Trainingsrückstand, konnte das Tempo nicht sehr lange durchhalten und verlor so auch den zweiten Satz (14:21). Pascal, trotzdem zufrieden mit seiner Leistung gegen den späteren Europameister, scherzte im Anschluss nur noch: „Zum Glück war es keine Lehrstunde für mich geworden“.

Die zweite Runde im Herrendoppel fand am Dienstagabend statt und sollte nicht so einfach werden. Das war schon vor dem Spiel klar: Das Englische Duo bestehend aus Paul Freeman & Philip Troke, beides keine unbeschriebenen Blätter, zählen zu den Elitespielern Englands.

Erster Satz ging mit 12:21 auch klar an die Engländer. Pascal und Fabian mussten Ihre Taktik ändern und kamen auf einmal im 2. Satz viel besser an die Bälle, agierten viel aggressiver und gewannen Ballwechsel für Ballwechsel: 21:10 für die Deutschen. Es kam also zum Entscheidungssatz.

Punkt für Punkt ging der Kampf weiter. Beim Seitenwechsel stand es noch 8:11 gegen das deutsche Duo., so kam es zu einem Kopf-an-Kopfrennen. Bei 15 hatten sie den Ausgleich geschafft. Dann war das Spiel eine reine Nervenpartie: 20:19, der erste Matchball für Pascal und Fabian wurde von den Engländern abgewehrt. Ausgleich 20:20. Fabian nahm den Aufschlag von Troke trickreich an und holte den 2. Matchball, den die beiden auch direkt verwandelten. Entstand 22:20 für Fabian und Pascal. Der Einzug ins Viertelfinale war gesichert und die Freude riesig.

Am Donnerstag ging es gegen die Finnische Paarung Toni Kemppinen/ Jaakko Kohtala. Im ersten Durchgang konnten Pascal und Fabian die beiden Kontrahenten etwas überrumpeln. Mit ihrem sehr aggressiven Spiel, ohne viel Fehler zu machen, gewannen sie den ersten Satz deutlich mit 21:13. Der 2 Satz sollte nicht so einfach werden. Die Finnen stellten Ihr Spiel um, ließen Pascal und Fabian nicht mehr so viel Raum für Ihren Angriff. Jeder Punkt musste hart umkämpft werden. Ein Kopf an Kopf-Rennen. Die Finnen führten sogar 18:15. Fabian und Pascal behielten jedoch die Nerven, holten den Rückstand auf. 19:20 und Satzball für die Finnen. Ausgleichspunkt für Deutschland. Es kam zur Verlängerung. Nervenstark zeigten sich Fabian und Pascal in den nächsten Punkten. So ließ Fabian den letzten Ball der Finnen fallen der hauchdünn im Aus landete und so war die Überraschung perfekt: Sieg für die beiden Deutschen und Einzug ins Halbfinale. Der Siegesschrei der beiden war in der ganzen Halle nicht zu überhören.

Im Halbfinale warteten die beiden Franzosen Julien Fuchs mit Eric Wasylyk. Fabian und Pascal hochmotiviert, sich ins Finale zu spielen, legten richtig gut los. Sie gingen zur Satzmitte in Führung. Die Franzosen fanden kein Rezept gegen das Deutsche Duo. So ging der erste mit 21:13 nach Deutschland. Seitenwechsel und Start für den zweiten Satz. In der zweiten Hälfte des Satzes fanden die Franzosen ins Spiel und verringerten den Vorsprung der Deutschen Punkt für Punkt. Bei 18:18 erfolgte der Ausgleich. Fabian und Pascal konnten jedoch einen ersten

Matchball bei 20:19 herausspielen. Verfehlten jedoch den Siegpunkt. Ausgleich 20:20. Und ein erneuter Matchpunkt für Pascal und Fabian bei 21:20. Und wieder Ausgleich durch die Franzosen 21:21. Die Nerven liegen blank. Im Ballwechsel reißt noch Pascals Schläger. Beim Versuch den neuen Schläger vom Feldrand zu schnappen, schafft er es nicht mehr

rechtzeigt zum Ball: 21:22. Die Franzosen verwandelten ihren Satzpunkt direkt (21:23).

Im Endscheidungssatz spielten die Franzosen befreit auf und ließen Pascal und Fabian die Fehler machen. Beim Seitenwechsel lagen die Deutschen 5:11 zurück. Aber die Hoffnung war noch nicht dahin. Jeder Versuch den Rückstand aufzuholen schien jedoch ins Leere zu laufen.

Machten Pascal und Fabian ein paar Punkte, zogen die Franzosen direkt wieder nach und ließen nicht mehr nach. Am Ende hieß es 13:21 für die Franzosen, die am Folgetag auch das Finale gewannen.

Trotz der Niederlage im Halbfinale sind Fabian und Pascal mit Ihrer Bronzemedaille überglücklich. Für beide ist es die erste internationale Medaille in Ihrer gesamten Badmintonhistorie.

Die Smartphones der beiden stehen seit dem Turnier nicht mehr still. Nach der Heimkehr von Pascal hat sich auch Verbandspräsident Konrad Reuther direkt telefonisch gemeldet und seine Glückwünsche ausgesprochen.

Vom BVRP waren neben Pascal auch noch folgende Spieler/innen nominiert:

Thomas Winter im Mixed O50 und im Herrendoppel O50

Thorsten Reinemann im Mixed O50 und Herrendoppel O50

Wendy Nash-Steer im Damendoppel O55

Gabi Fischer im Dameneinzel O60 und mit Doris Prior im Damendoppel O60

Gerhard Roch mit Karlheinz Schaus im Herrendoppel O60,

Harald Merkelbach im Herrendoppel O75

Thomas gelang mit seinem saarländischen Partner Markus Speicher Am Sonntag die erste kleine Überraschung: Sie gewannen Ihr erstes Spiel gegen die Finnen Salmi/Smolander. In der 2 Runde war aber gegen die deutlich stärkeres Polen Schluss (11:21/10:21). Im Mixed mit Heike Scheler (aus Bremen) lief es ähnlich: Das erste Spiel gegen die Italiener ging problemlos an die beiden Deutschen (21:13/21:8). Gegen die an Position 5 gesetzte skandinavische Paarung Lykke/McNillan konnten Thomas und Heike jedoch nicht viel ausrichten 12:21/9:21.

Thorsten mit seinem Partner Andreas Hirschmann konnten ihr Debut gegen das Duo aus Litauen mit 21:14/21:15 schlagen. In der zweiten Runde war gegen die Engländer leider nichts zu machen 8:21/14:21. Im Mixed lief es ähnlich: Erstes Spiel gegen das slowenische Mixed gewann Thorsten mit seiner Rheinländischen Partnerin Gayk deutlich 21:4/21:5. Das zweite Spiel ging denkbar knapp in 3 Sätzen an die Dänen 21:14/21:23/19:21.

Wendy kämpfte sich im ersten Doppel gegen die Franzosen haarscharf mit 19:21/21:17/21:19 in die nächste Runde, wo dann gegen die an 2 gesetzten Iren mit 7:21/7:21 Schluss war.

Gabi gewann Ihr Debutspiel gegen die Engländerin 21:14/21:16. Musste sich dann aber gegen die Polin mit 21:13/21:6 geschlagen geben. Im Doppel mit Doris gleiches Spiel: den Auftakt gewannen die beiden deutlich 21:10/21:12. In der zweiten Runde gegen die an Position 1 gesetzten Engländer war nichts auszurichten,7:21/14:21.

Gerhard und Karlheinz hatten es gegen das Dänisch-Schwedische Duo schwer und mussten im ersten Spiel direkt eine Niederlage einstreichen, 17:21/16:21

Harald hatte etwas Losglück und überstand die erste Runde mit einem Freilos. Dann kamen auch direkt zu einem deutschen Duell im Viertelfinale. Ein spannendes und knappes Spiel, leider mit dem falschen Ausgang für Harald: 21:16/10:21/18:21.

Pascal Histel

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