Grünstadt im März 2018: Mark Baumann hat alle Hände voll zu tun. Der Leistungssport-Referent und lizenzierte Trainer leitet einen Workshop für Kinder der Jahrgänge 2006 bis 2012. Dabei steht der Spaß im Vordergrund, aber auch ein ernsthaftes Training, das Kinder wie Heimtrainer besser machen soll. Ganz nebenbei lernen sie dabei auch, dass selbst angetäuschte Schläge unabhängig vom Spielniveau wichtig werden können und was Superman und ein umgekehrter Regenbogen mit Badminton zu tun haben.

Eifrig, motiviert, trainingsfleißig – das ist der Eindruck von den Kindern, der sich bei einem kurzen Blick in der Halle der TSG Grünsadt direkt einstellt. Denn etwa 25 Kinder üben mit Mark Baumann und sechs weiteren Trainern die richtige Schlagausführung, -technik und ein kleines bisschen auch die taktischen Vorgaben, um für das Badmintoneinzel gerüstet zu sein.

Die Workshop sollen nicht nur den Kindern, sondern ihren Heimtrainern ein Konzept vermitteln
Der BVRP bietet seit einigen Monaten Lehrgänge unter dem Motto „Lernen zu trainieren“ an. Sie sind für Kinder verschiedener Jahrgänge offen und sollen nicht nur ihnen Grundlagen vermitteln. Auch die Trainer aus den Heimvereinen der Teilnehmer sind explizit eingeladen, sich auf diesen Workshops fortzubilden.  Geleitet werden die eintägigen Lehrgänge meist von den beiden Verbandstrainern Christian Stern oder Oliwia Zimniewska. Eine heftige Erkältung hat den Österreicher dieses Mal jedoch ans Bett gefesselt, Mark Baumann, BVRP-Leistungssport-Referent, ist kurzfristig eingesprungen.

Baumann hat seit vielen Jahren Erfahrung im Umgang mit verschiedenen Trainingsgruppen. Mit einer kurzen Ansage trommelt er alle Kinder in einem Kreis um sich herum zusammen. „Warum trainieren wir Trickshots?“, fragt er in die Runde. Gleich mehrere Hände fliegen nach oben: „Weil’s cooler ist“, rät eines der Kinder, „weil es Spaß macht“, ein anderes. Alles wichtige Gründe, erklärt Baumann, aber es gebe einen ganz praktischen Grund, der jedem Badmintonspieler unabhängig vom Spielniveau helfe. Die Wormser Trainerriege weiß Bescheid: „Für das Ballgefühl“, kommt es aus der Ecke.

Trickshots zur Übung? – Ballgefühl ist gefragt
Und schon geht es los: Einer von Peter Gades Trickshots steht auf dem Programm. „Ihr geht zum mit der Rückhand am Netz zum Ball, lasst ihn fallen und schlagt mit der Vorhand cross übers Netz“, erklärt Baumann. In Kleingruppen werden die Kinder auf die Trainer verteilt, einer nach dem anderen testet sein Können. „Es ist wie der umgekehrte Regenbogen“, sagt Baumann und macht die Schlagbewegung vor.

Dann ist Pause. Getränke, mitgebrachte Brote und Obst werden im Geräteraum der Sporthalle aus den Taschen gekramt. „Hallo, gegessen wird da drinnen. Den Krümel kannst du gleich mitnehmen“, ermahnt Baumann eines der Kinder, das sich mit Brot in der Hand in Richtung der Felder aufgemacht hat.

Wichtigstes Kriterium zur Teilnahme ist die Motivation eines Kindes
Die Workshops sind gezielt so gestaltet, dass nicht nur die talentiertesten Kinder eines Vereins teilnehmen können. Egal, ob Anfänger oder schon turnier- und wettkampferfahrener Spieler, alle sollen so die Möglichkeit haben, sich zu entwickeln. Wichtigstes Kriterium ist die Motivation eines Kindes. Außerdem dürfen auch Kinder aus anderen Landesverbänden an den Workshops teilnehmen, Trainer, die die teilnehmenden Kinder im wöchentlichen Training zu Hause unterstützen, sind ebenso dabei. Sie sollen die konzeptionelle Trainingsarbeit so auch unabhängig von einem eingesetzten Verbandstrainer fortsetzen.

Baumann erklärt geduldig die einzelnen Übungen, der lange Schlacks nimmt sich viel Zeit für die Anweisungen vor und während jeder neuen Einheit: „Du läufst in die hintere Ecke, Superman, Schlag“, macht er den drei vor ihm stehenden Kindern klar. Superman, so nennt der Trainer die Haltung beim Schlag aus dem Hinterfeld, den Ellenbogen des Schlagarmes seitlich hinter den Körper gezogen, die freie Hand nach oben ausgestreckt und auf den Ball zeigend. „Denk mal dran, der rechte Fuß ist hinten“, gibt er weitere Verbesserungsvorschläge.

Am Ende bleibt eine Menge hängen
Die Zielsetzung des Trainingstages war für ihn schon zu Beginn des Tages klar: „Ich wollte mit euch zwei Ecken des Feldes miteinander verbinden.“ Denn das reine Üben von einzelnen Schläge sei zu weit weg von einer Situation wie sie im richtigen Spiel vorkomme: „Da reicht ja auch nicht ein Schlag, da muss schon mehr kommen“, erklärt Baumann. Also besteht die nächste Übung aus einer kurzen Abwehr („longline“, „Schläger im V-Griff“) aus dem Halbfeld heraus, dem Lauf in die hintere Vorhandecke und dann einem erneuten Schlag.

Am Ende bleibt für Trainer und Teilnehmer nicht nur viel Anstregung, Schweiß und Spaß in der Halle, sondern auch die Erfahrung vieler „cooler Übungen“, „viel Technik“ und Dingen, „die wir auch weiter im Training machen können“.

Weitere Workshop-Termine
Die Termine der kommenden Workshops „Lernen zu trainieren“:

  • 15.04. TV Mainz-Zahlbach
  • 28.04. BC Remagen
  • 06.05. SV Offenheim
  • 19.05. TV Nassau
  • 02.06. DjK Plaidt

Anmelden können sich alle motivierten Kinder unter http://badminton-rlp.de/trainingsworkshop