Von Peter Knick

Auf einer Nonstop-Tour in Sachen Badminton befindet sich schon seit einiger Zeit Felix Hammes. Der zu den großen Nachwuchshoffnungen in seiner Sportart zählende Fischbacher eilt von Turnier zu Turnier. In der vergangenen Woche machte er in Israel Station und gewann sein erstes Eliteturnier.

Gerade der Übergang von den Jugend- zu den Männerwettbewerben stellt jeden aufstrebenden Sportler vor besondere Herausforderungen. In dieser für die weitere Karriere entscheidenden Phase befindet sich der 20 Jahre alte Felix Hammes. Nachdem er mit bestandenem Abitur in der Tasche das Heinrich-Heine-Gymnasium, die namhafte Sporteliteschule in Kaiserslautern, verlassen hat, konzentriert er sich ganz auf das Badmintonspiel. Er trainiert intensiv am Olympiastützpunkt in Mülheim und bestreitet, wann immer es geht, Wettkämpfe. Als Spitzenspieler beim SV Fischbach in der Zweiten Bundesliga Süd und als Wettkämpfer bei nationalen und internationalen Turnieren.

Da es keine Überscheidung mit dem Zweitligaspiel seines Teams in Marktheidenfeld gab, habe er sich für die Teilnahme am Hatzor International in Israel entschieden, erzählt Felix Hammes, der Anfang des Jahres deutscher Meister der Junioren wurde. Im Kibbutz Hatzor gingen im Einzelwettbewerb der Senioren 32 Badmintonspieler aus Europa und dem Gastgeberland an den Start.

So traf Hammes in seinem Auftaktmatch auf den Israeli Ami Abekasis, gegen den er sich schnell in zwei Sätzen durchsetzte. Mit 21:10 und 21:4 zog er in die zweite Runde ein, wo er auf den Zyprioten Christos Hailis traf. Auch hier gelang ihm mit 21:12 und 21:9 ein souveräner Zweisatzsieg. Überlegen zeigte er sich auch im Viertelfinale dem Ukrainer Glib Beketov, den er ohne Satzverlust mit 21:14 und 21:13 bezwang. Obgleich er sich auch im Halbfinale treu blieb und dieses Match ebenfalls in zwei Sätzen beendete, sei es doch zu vielen umkämpften Ballwechseln gekommen, schildert Hammes die Partie gegen den Engländer Oswald Fung. Nach einem engen ersten Satz (22:20) und einem deutlich gewonnenen zweiten (21:13) hatte Felix Hammes das Endspiel erreicht.

Dort kam es dann, womit vor Turnierbeginn wohl keiner gerechnet hatte, zu einem deutschen Duell. Hammes bekam es mit Christopher Klauer zu tun. „Wir kennen uns schon seit der U13“, beschreibt Hammes das besondere Verhältnis, das ihn mit Klauer verbindet, der auch seit vielen Jahren sein Doppelpartner ist. Im Finale ruhte die Freundschaft der beiden, und sie lieferten sich einen spannenden Kampf, den Hammes mit 21:18 und 21:19 für sich entschied. „Das ist mein erster Sieg in einem internationalen Eliteturnier“, unterstreicht Hammes die Bedeutung dieses Erfolges. Aber nicht nur im Einzelwettbewerb stand er in Hatzor ganz oben auf dem Treppchen, auch in der Doppelkonkurrenz, die er zusammen mit Klauer gewann.

Zeit, um die beiden Siege zu genießen und sich ein paar schöne Tage am Mittelmeerstrand zu machen, war Felix Hammes indes nicht vergönnt. Am frühen Sonntagmorgen flog er von Israel aus nach Frankfurt zurück, wo ihn seine Mannschaftskameraden vom SV Fischbach erwarteten. Mit denen fuhr er dann zum Zweitligakampf nach Marktheidenfeld. Dort fand die so erfolgreich begonnene Woche keinen guten Abschluss. Die Fischbacher Mannschaft kassierte die siebte Niederlage im siebten Spiel, und für Felix Hammes ging eine stolze Serie zu Ende. Nachdem er in den sechs Mannschaftskämpfen zuvor seine Einzelspiele alle gewonnen hatte, musste er sich diesmal in ersten Herreneinzel geschlagen geben.

Dass ihn die Turnier- und die Flugstrapazen gehandicapt hätten, wollte die Fischbacher Nummer eins nicht als Erklärung für die Niederlage gelten lassen. Vielmehr habe ihm der Gegner schon in der Vergangenheit Schwierigkeiten bereitet, sagt Hammes, für den es in dieser Woche nonstop weitergeht. Am Donnerstag tritt er in Saarbrücken bei den Saarlorlux-Badminton-Open in der Saarlandhalle an.

Quelle: Ausgabe Die Rheinpfalz Pfälzische Volkszeitung – Nr. 287, Mittwoch, den 30. Oktober 2019, Seite 21